Photovoltaik und Wärmepumpe ergänzen sich ideal: Die Wärmepumpe macht aus günstigem Solarstrom Wärme und hebt Deinen Eigenverbrauch deutlich. Realistisch deckt die PV rund 25 bis 40 % des jährlichen Wärmepumpenstroms, mit Speicher und in der Übergangszeit mehr. Wichtig ist die ehrliche Einordnung: Im tiefsten Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten braucht, liefert die PV am wenigsten.
Warum Photovoltaik und Wärmepumpe zusammengehören
Eine Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme, dieses Verhältnis beschreibt die Jahresarbeitszahl (JAZ). Wenn dieser Strom vom eigenen Dach kommt, heizt Du besonders günstig. Damit ist die Wärmepumpe einer der stärksten Hebel, um den Eigenverbrauch Deiner PV-Anlage zu erhöhen, mehr dazu im Ratgeber Eigenverbrauch optimieren.
Statt Solarüberschuss für 7,78 ct einzuspeisen, verwandelt ihn die Wärmepumpe in Wärme, die Du sonst teuer mit Netzstrom oder Gas erzeugen müsstest. Diese Kopplung von Strom und Wärme, die sogenannte Sektorkopplung, ist der Kern einer modernen, unabhängigen Energieversorgung.
Wie viel Solarstrom deckt die Wärmepumpe wirklich?
Hier ist Ehrlichkeit wichtig, denn genau an diesem Punkt versprechen viele Anbieter zu viel. Der jährliche Deckungsgrad hängt vom Zusammenspiel von Erzeugung und Bedarf ab:
| Zeitraum | PV-Ertrag | Wärmebedarf | Solardeckung |
|---|---|---|---|
| Sommer | hoch | nur Warmwasser | fast vollständig |
| Übergangszeit (Frühling/Herbst) | mittel bis hoch | moderat | hoch, oft 50 bis 70 % |
| Winter | niedrig | hoch | gering, meist unter 20 % |
Über das ganze Jahr gerechnet deckt die PV damit realistisch 25 bis 40 % des Wärmepumpenstroms. Das klingt zunächst wenig, ist aber ein großer Hebel: Jede selbst gedeckte kWh spart den vollen Strompreis, und der absolute Betrag ist wegen des hohen Wärmepumpenverbrauchs erheblich. Mit einem Speicher und cleverer Steuerung lässt sich der Deckungsgrad besonders in der Übergangszeit weiter steigern.
SG-Ready und intelligente Steuerung
Damit die Wärmepumpe gezielt dann läuft, wenn Solarstrom da ist, braucht sie eine SG-Ready-Schnittstelle. Über sie gibt der Wechselrichter oder Energiemanager ein Signal, sobald Überschuss vorhanden ist, und die Wärmepumpe erhöht ihre Leistung oder lädt den Pufferspeicher.
Der Clou: Dein Warmwasserspeicher oder die Fußbodenheizung dient als thermischer Speicher. Du lädst also mittags mit Solarstrom Wärme, die Du abends nutzt, ganz ohne teure Batterie. In Kombination mit einem Stromspeicher entsteht ein System, das Strom und Wärme flexibel über den Tag verschiebt.
Anlage richtig dimensionieren
Mit Wärmepumpe fällt die PV-Anlage größer aus als ohne. Als Orientierung:
- PV-Größe: eher 10 kWp und mehr, damit auch in der Übergangszeit genug Überschuss für die Wärmepumpe bleibt.
- Speicher: großzügig, etwa 10 bis 15 kWh, um Abend- und Nachtbedarf abzudecken.
- Steuerung: Energiemanager mit SG-Ready-Anbindung, damit die Reihenfolge stimmt.
Grundlagen zur Speichergröße stehen im Ratgeber Lohnt sich ein Stromspeicher 2026?. Die passenden Wärmepumpen findest Du in der Wärmepumpen-Collection.
Rechnet sich die Kombination?
Ja, vor allem weil die Wärmepumpe den Eigenverbrauch und damit die Wirtschaftlichkeit der gesamten PV-Anlage verbessert. Ein Haushalt mit Wärmepumpe hat einen Jahresverbrauch von 7.000 bis 9.000 kWh statt 4.500 kWh, entsprechend mehr Solarstrom kann direkt genutzt werden. Die höhere Eigenverbrauchsquote verkürzt die Amortisation von Anlage und Speicher spürbar. Mit dem Wegfall der Einspeisevergütung ab 2027 wird dieser Effekt noch wichtiger.
Häufige Fragen zu Wärmepumpe und Photovoltaik
Kann ich meine Wärmepumpe komplett mit Solarstrom betreiben?
Nein, nicht das ganze Jahr. Über das Jahr deckt die PV realistisch 25 bis 40 % des Wärmepumpenstroms. Im Sommer läuft die Wärmepumpe fast vollständig mit Solarstrom, im Winter aber, bei höchstem Wärmebedarf, liefert die PV am wenigsten. Ein Heimspeicher überbrückt einzelne Tage, nicht die dunklen Wintermonate.
Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe?
Je nach Haus und Dämmung 3.000 bis 6.000 kWh pro Jahr. Dank einer Jahresarbeitszahl von 3 bis 4 macht die Wärmepumpe aus einer kWh Strom drei bis vier kWh Wärme. Kommt der Strom vom eigenen Dach, heizt Du besonders günstig.
Was bedeutet SG-Ready?
SG-Ready ist eine Schnittstelle, über die der Wechselrichter oder Energiemanager der Wärmepumpe signalisiert, dass Solarüberschuss vorhanden ist. Die Wärmepumpe erhöht dann ihre Leistung oder lädt den Pufferspeicher, sodass möglichst viel eigener Solarstrom in Wärme umgewandelt wird.
Wie groß sollte die PV-Anlage mit Wärmepumpe sein?
Mit Wärmepumpe eher 10 kWp und mehr, dazu ein Speicher von 10 bis 15 kWh und ein Energiemanager mit SG-Ready-Anbindung. So bleibt auch in der Übergangszeit genug Überschuss, um die Wärmepumpe mit Solarstrom zu versorgen. Die genaue Auslegung hängt von Haus und Verbrauch ab.
Fazit: die stärkste Kombination für mehr Unabhängigkeit
PV und Wärmepumpe sind zusammen mehr als die Summe ihrer Teile: Die Wärmepumpe hebt den Eigenverbrauch, macht günstige Wärme und beschleunigt die Amortisation der Anlage. Wichtig ist die realistische Erwartung, im Sommerhalbjahr fast autark, im Winter weiter mit Netzbezug. Wer das einplant, holt aus der Sektorkopplung das Maximum heraus.
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