E-Mobility

Wallbox für PV-Überschussladen: So lädst Du Dein E-Auto mit Solarstrom

E-Auto für 8 ct/kWh laden statt 37 ct: Welche Wallbox PV-Überschussladen wirklich kann. KEBA, Growatt und Co. im Vergleich, mit §14a-Check.

Beim PV-Überschussladen lädst Du Dein E-Auto genau mit dem Solarstrom, den Deine Anlage gerade nicht anderweitig braucht, für rund 8 ct statt 37 ct aus dem Netz oder 50 ct an der öffentlichen Säule. Nötig sind eine PV-Anlage, ein Energiemanager und eine Wallbox, die phasengenau regeln kann. Passende Modelle gibt es ab etwa 1.600 €, die Mehrkosten amortisieren sich meist in 3 bis 7 Jahren.

Was PV-Überschussladen bedeutet und wie viel es spart

Tagsüber produziert Deine PV-Anlage oft mehr Strom, als Haushalt und Speicher gerade aufnehmen. Dieser Überschuss würde für nur 7,78 ct/kWh ins Netz fließen. Beim PV-Überschussladen geht dieser Überschuss stattdessen ins E-Auto.

Die Ersparnis ist deutlich: Eine kWh Solarüberschuss kostet Dich über die Anlagenlebensdauer gerechnet rund 8 ct. Lädst Du dieselbe kWh aus dem Netz, zahlst Du etwa 37 ct, an einer öffentlichen Schnellladesäule sogar 50 bis 70 ct. Bei 12.000 km Jahresfahrleistung und rund 2.400 kWh Ladebedarf sparst Du gegenüber Netzladen schnell 400 bis 700 € pro Jahr, gegenüber öffentlichem Laden noch mehr.

Damit ist das Überschussladen der logische nächste Schritt, wenn Du Deinen Eigenverbrauch maximieren willst. Das E-Auto wird zum flexiblen Verbraucher, der Solarstrom aufnimmt, wenn er da ist.

So funktioniert Überschussladen technisch

Der Kern ist ein Energiemanager (Energy Management System, EMS), der laufend misst, wie viel Solarstrom gerade übrig ist. Erkennt er Überschuss, gibt er ihn phasengenau an die Wallbox weiter. Steigt der Hausverbrauch oder zieht eine Wolke auf, drosselt er die Ladeleistung wieder.

Wichtig ist die Phasenumschaltung: Ein E-Auto lädt einphasig erst ab etwa 1,4 kW. Kann die Wallbox zwischen einer und drei Phasen umschalten, nutzt sie auch kleine Überschüsse ab rund 1,4 kW, statt erst ab 4,2 kW (dreiphasig) anzuspringen. Für echtes Überschussladen ist diese Umschaltung fast Pflicht.

Voraussetzungen: passt Überschussladen zu Deiner Anlage?

  • PV-Größe: Ab etwa 5 kWp ergibt Überschussladen Sinn, ab 8 bis 10 kWp entfaltet es sein volles Potenzial.
  • Energiemanager: Ein EMS, das Wallbox und Wechselrichter kennt. Ohne EMS gibt es kein echtes Überschussladen, nur festes Laden.
  • Wallbox mit Phasenumschaltung: für die Nutzung kleiner Überschüsse.
  • Zählerkonzept: ein Messpunkt, der Erzeugung und Verbrauch sauber trennt.

Wallbox-Vergleich: Modelle fürs Überschussladen 2026

Aus unserem Sortiment eignen sich diese Modelle fürs PV-Überschussladen. Alle beherrschen die Anbindung an ein Energiemanagement und sind nach § 14a EnWG steuerbar:

Wallbox Leistung Phasenumschaltung Besonderheit
KEBA P30 bis 22 kW ja (je nach Variante) Made in, im ADAC-Wallbox-Test wiederholt vorne
Growatt THOR 11 / 22 kW ja Nahtlos mit Growatt-Wechselrichter und EMS
Sungrow bis 22 kW ja Gute Integration in Sungrow-PV-Systeme
Mennekes AMTRON bis 22 kW je nach Modell Robuste Qualität, Made in Germany

Welche Wallbox für Dich passt, hängt vor allem davon ab, welcher Wechselrichter und welches Energiemanagement bei Dir verbaut sind. Deshalb beraten wir Wallboxen nicht als Einzelgerät, sondern im Kontext Deines PV-Systems. Alle Modelle findest Du in der E-Mobility-Collection, das passende Energiemanagement gibt es dazu.

§ 14a EnWG: steuerbare Wallbox als Pflicht und Vorteil

Seit 2024 gilt: Neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen über 4,2 kW müssen nach § 14a EnWG netzdienlich steuerbar sein. Der Netzbetreiber darf die Ladeleistung in seltenen Ausnahmefällen kurz drosseln, um das Netz zu stabilisieren.

Der Vorteil für Dich: Im Gegenzug bekommst Du reduzierte Netzentgelte, entweder als pauschalen Rabatt oder über ein zeitvariables Netzentgelt. In der Praxis merkst Du von der Steuerung fast nichts, weil sie nur selten und kurz greift. Alle oben genannten Wallboxen erfüllen die Anforderung.

Rechnet sich die überschussfähige Wallbox?

Eine einfache Wallbox ohne Überschussfunktion gibt es günstiger. Die Mehrkosten für Überschussladen (Phasenumschaltung plus Energiemanager) liegen bei einigen hundert bis rund 1.000 €. Dem steht die Ersparnis gegenüber:

Position Wert
Jährlicher Ladebedarf (12.000 km) ~2.400 kWh
Anteil Solarüberschuss (realistisch) 50 bis 70 %
Solar geladen: 1.200 bis 1.700 kWh zu ~8 ct statt ~37 ct
Ersparnis gegenüber Netzladen ~350 bis 500 €/Jahr
Mehrkosten Überschussfunktion 500 bis 1.000 €
Amortisation der Mehrkosten ~2 bis 3 Jahre

Wer viel fährt oder bisher überwiegend öffentlich lädt, amortisiert die Wallbox noch schneller. Die komplette Wallbox inklusive Installation liegt je nach Modell bei 1.600 bis 4.500 €.

Ausblick: V2H und V2G

Bidirektionales Laden, bei dem das E-Auto auch Strom zurück ins Haus (V2H) oder ins Netz (V2G) gibt, wird 2026 langsam praxistauglich. Ein regulatorisches Hindernis ist gefallen: Die frühere Doppelbelastung mit Abgaben beim Zwischenspeichern wurde entschärft. Noch ist die Auswahl an Fahrzeugen und Wallboxen begrenzt, aber wer heute ein zukunftsfähiges System plant, sollte die Entwicklung im Blick behalten. Als Batteriespeicher auf Rädern könnte das E-Auto künftig einen Teil des Heimspeichers ersetzen.

Häufige Fragen zum Wallbox-Überschussladen

Was ist PV-Überschussladen?

PV-Überschussladen bedeutet, das E-Auto genau mit dem Solarstrom zu laden, den die PV-Anlage gerade nicht anderweitig braucht. Ein Energiemanager erkennt den Überschuss und gibt ihn an die Wallbox weiter. Statt 37 ct Netzstrom kostet die kWh so nur rund 8 ct.

Welche Wallbox eignet sich fürs Überschussladen?

Geeignet sind Wallboxen mit Anbindung an ein Energiemanagement und Phasenumschaltung, etwa KEBA P30, Growatt THOR, Sungrow oder Mennekes AMTRON. Wichtig ist, dass Wallbox, Wechselrichter und Energiemanager zusammenspielen. Deshalb lohnt die Auswahl im Kontext des gesamten PV-Systems.

Brauche ich für Überschussladen einen Speicher?

Nein, ein Speicher ist keine Voraussetzung. Das E-Auto ist selbst ein großer, flexibler Verbraucher, der Solarüberschuss aufnimmt. Ein Speicher kann aber sinnvoll ergänzen, damit auch abends geladener Solarstrom zur Verfügung steht. Nötig sind vor allem PV-Anlage, Energiemanager und passende Wallbox.

Was bedeutet § 14a EnWG für meine Wallbox?

Neue Wallboxen über 4,2 kW müssen nach § 14a EnWG steuerbar sein: Der Netzbetreiber darf die Ladeleistung in seltenen Ausnahmen kurz drosseln. Im Gegenzug erhältst Du reduzierte Netzentgelte. In der Praxis merkst Du davon kaum etwas, und alle gängigen überschussfähigen Wallboxen erfüllen die Vorgabe.

Wie schnell amortisiert sich eine überschussfähige Wallbox?

Die Mehrkosten für die Überschussfunktion (rund 500 bis 1.000 €) amortisieren sich meist in 2 bis 3 Jahren. Die komplette Wallbox inklusive Installation kostet 1.600 bis 4.500 €. Bei 12.000 km Jahresfahrleistung sparst Du gegenüber Netzladen rund 350 bis 500 € pro Jahr, gegenüber öffentlichem Laden mehr.

Fazit: mit Sonnenstrom fährst Du am günstigsten

Wer eine PV-Anlage und ein E-Auto hat, lässt ohne Überschussladen bares Geld liegen. Statt Solarüberschuss für 7,78 ct einzuspeisen und Ladestrom für 37 ct zuzukaufen, lädst Du für rund 8 ct direkt aus der eigenen Erzeugung. Voraussetzung sind ein Energiemanager und eine überschussfähige Wallbox, idealerweise aus einem System mit Deinem Wechselrichter.

Du willst wissen, welche Wallbox zu Deiner Anlage passt und ob Dein Wechselrichter mitspielt? Lass Wallbox und PV zusammen planen, oder schau Dir direkt die überschussfähigen Modelle in der E-Mobility-Collection an.

Green Monkeys Energy Wir planen und liefern Wallboxen zusammen mit den PV-Systemen dahinter, Wechselrichter, Energiemanagement und Speicher aus einer Hand. Unsere Wallbox-Empfehlungen richten sich danach, was zu Deiner Anlage passt, nicht danach, was gerade Marge bringt.

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