Für die allermeisten Haushalte lohnt sich das Warten 2026 nicht: Modulpreise steigen wieder, die Einspeisevergütung sinkt weiter, und wer bis zum 31.12.2026 in Betrieb geht, sichert sich die feste Vergütung noch für volle 20 Jahre. Jedes Jahr ohne eigene Anlage bedeutet, weiter 37 ct/kWh ans Netz zu zahlen. Warten ergibt nur in wenigen Sonderfällen Sinn, etwa wenn ohnehin eine Dachsanierung ansteht.
Die Ausgangslage 2026: warum die Frage jetzt aufkommt
Viele Hausbesitzer zögern: Soll ich jetzt kaufen oder lieber warten, bis die Technik günstiger oder besser wird? 2026 ist diese Frage besonders aktuell, weil sich gleich mehrere Dinge ändern. Die Einspeisevergütung liegt nur noch bei 7,78 ct/kWh und sinkt weiter. Mit der EEG-Reform fällt die feste Vergütung für neue kleine Anlagen ab 2027 ganz weg. Gleichzeitig ziehen die Modulpreise nach Jahren des Sinkens wieder an.
Die ehrliche Antwort vorweg: Für die meisten Haushalte spricht 2026 fast alles fürs Kaufen und wenig fürs Warten. Schauen wir uns an, warum.
Drei Gründe, die 2026 fürs Kaufen sprechen
1. Die 20-jährige Einspeisevergütung noch sichern
Wer seine Anlage bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb nimmt, bekommt die zum Inbetriebnahmezeitpunkt gültige Einspeisevergütung für 20 Jahre garantiert. Das ist planbares Geld über zwei Jahrzehnte. Ab 2027 wird die feste Vergütung für neue kleine Anlagen durch marktorientierte Modelle ersetzt, die weniger planbar sind. Dieses Zeitfenster schließt sich.
2. Die Modulpreise steigen wieder
Das klassische Warten-Argument war: Wenn ich noch ein Jahr warte, wird alles billiger. Das gilt 2026 nicht mehr. Weil China Subventionen und Export-Rückerstattungen streicht, sind die Modulpreise seit Jahresbeginn um rund 14 bis 18 % gestiegen. Warum das so ist und wie es weitergeht, steht im Ratgeber Solarmodule werden teurer 2026. Wer wartet, zahlt also mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr, nicht weniger.
3. Jedes Jahr ohne PV kostet bares Geld
Ohne eigene Anlage kaufst Du weiter jede Kilowattstunde für rund 37 ct aus dem Netz. Eine typische 10-kWp-Anlage deckt einen großen Teil Deines Bedarfs zu Erzeugungskosten von rund 8 ct. Jedes Jahr Wartezeit ist damit ein Jahr, in dem Du mehrere hundert bis über tausend Euro mehr für Strom zahlst, als nötig wäre. Was eine Anlage konkret kostet, steht im Solaranlage-Kosten-Ratgeber.
Die häufigsten Warten-Mythen im Faktencheck
| Mythos | Realität 2026 |
|---|---|
| „Module werden bald viel billiger." | Preise steigen aktuell (China streicht Subventionen), kein Preisverfall in Sicht. |
| „Die Technik macht bald einen großen Sprung." | Moderne Module liegen bei rund 22 % Wirkungsgrad, die Fortschritte sind inzwischen klein und graduell. |
| „Ich warte auf bessere Förderung." | Die wichtigste Förderung, 0 % MwSt, gibt es schon heute. Die Einspeisevergütung sinkt eher weiter. |
| „Erst mal schauen, wie das EEG 2027 wird." | Genau das verschlechtert die Konditionen für Neuanlagen, es wird nicht besser, sondern marktorientierter. |
Wann Warten tatsächlich sinnvoll ist
Ehrlich bleiben gehört dazu: Es gibt Situationen, in denen Du besser wartest oder erst etwas anderes klärst.
Was das EEG 2027 konkret ändert
Kurz zusammengefasst, worauf sich die Dringlichkeit gründet:
- Bis 31.12.2026 in Betrieb: feste Einspeisevergütung (aktuell 7,78 ct) für 20 Jahre gesichert.
- Ab 2027: für neue kleine Anlagen wird die feste Vergütung durch marktorientierte Modelle ersetzt, planbare Einnahmen aus der Einspeisung sinken.
- Folge: Der Eigenverbrauch wird noch wichtiger, denn er ist der verlässlichste Ertragshebel. Ein Speicher und clevere Verbrauchssteuerung gewinnen an Bedeutung, mehr dazu im Ratgeber Lohnt sich ein Stromspeicher 2026?
Entscheidungshilfe: kaufen oder warten?
| Deine Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Dach in Ordnung, Immobilie bleibt in Deinem Besitz | Kaufen, Zeitfenster bis Ende 2026 nutzen |
| Hoher Stromverbrauch, Wärmepumpe oder E-Auto vorhanden/geplant | Kaufen, Eigenverbrauch ist der stärkste Hebel |
| Dachsanierung steht in 1 bis 2 Jahren an | Warten, erst sanieren, dann Anlage |
| Verkauf oder großer Umbau geplant | Erst klären, dann entscheiden |
Häufige Fragen: PV-Anlage kaufen oder warten?
Sollte ich 2026 eine PV-Anlage kaufen oder auf günstigere Preise warten?
Für die meisten Haushalte lohnt sich das Kaufen. Die Modulpreise steigen 2026 wieder (rund 14 bis 18 % seit Jahresanfang), fallende Preise sind nicht in Sicht. Zudem sichert eine Inbetriebnahme bis Ende 2026 die feste Einspeisevergütung für 20 Jahre. Warten bedeutet meist höhere Preise und weiter hohe Stromkosten von rund 37 ct/kWh aus dem Netz.
Was passiert mit der Einspeisevergütung ab 2027?
Ab 2027 fällt die feste Einspeisevergütung für neue kleine Anlagen weg und wird durch marktorientierte Modelle ersetzt. Wer bis zum 31.12.2026 in Betrieb geht, sichert sich dagegen die zum Inbetriebnahmezeitpunkt gültige Vergütung noch für 20 Jahre.
Werden Solarmodule 2026 noch billiger?
Nein, aktuell steigen die Preise. Weil China Subventionen und Export-Rückerstattungen streicht, sind Module seit Jahresbeginn 2026 um rund 14 bis 18 % teurer geworden. Das klassische Argument, durch Warten günstiger zu kaufen, gilt derzeit nicht.
Lohnt sich eine PV-Anlage ohne Einspeisevergütung überhaupt noch?
Ja, weil der Eigenverbrauch der eigentliche Ertragshebel ist. Selbst genutzter Solarstrom spart rund 37 ct/kWh, während eingespeister nur 7,78 ct bringt. Mit Speicher und cleverer Verbrauchssteuerung erreichst Du hohe Eigenverbrauchsquoten, die Anlage rechnet sich damit auch ohne feste Vergütung.
Wann ist Warten die bessere Entscheidung?
Wenn Dein Dach in den nächsten ein bis zwei Jahren saniert wird, solltest Du die Anlage danach montieren. Auch bei geplantem Verkauf, größerem Umbau oder ungeklärter Statik lohnt es sich, diese Punkte zuerst zu klären. In allen anderen Fällen ist Warten meist ein teurer Aufschub.
Fazit: das Zeitfenster spricht fürs Handeln
2026 fällt die Warten-Logik in sich zusammen: Preise steigen statt zu fallen, die feste Vergütung läuft aus, und jedes Jahr ohne Anlage kostet vollen Netzstrompreis. Wer ein intaktes Dach hat und die Immobilie behält, fährt fast immer besser damit, jetzt zu handeln und sich das 20-Jahre-Fenster bis Ende 2026 zu sichern.
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